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Barcamp Berlin

barcamp hühnerstange Alle Bilder bei flickr

Ich war beim Barcamp und hab’ ein bisschen was zu berichten.

Vor dem Sprung soviel: Es war toll. Und wer Lust und Interesse an der Zukunft des Web und der Zukunft der Gesellschaft hat, sollte sich gleich mal das nächste barcamp in Nürnberg vormerken.

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flipchart Du machst die Konferenz.

Jetzt ist schon über eine Woche vergangen seit dem barcamp. Zeit, meine Eindrücke wiederzugeben:

Ich war ja schon ein oder zwei mal auf Konferenzen zu bestimmten Themen, aber meine Tendenz zum Zuhören und Zusehen führt oft dazu, dass ich, naja, eher ein Gast als ein Teilnehmer bin. Die Entscheidung, zum barcamp nach Berlin zu fahren, ist mir deshalb auch nicht ganz leicht gefallen. Aber das Thema war spannend, Tim kannte ich schon vom Webmontag in Köln und Timo wollte auch dort sein. Ich war also nicht allein.

Ich wäre es auf keinen Fall gewesen. Am Samstag Morgen ging es sofort kommunikativ los, so dass es keine Möglichkeit gab, sich zu verstecken. Jeder Teilnehmer musste sich kurz vorstellen und taggen, also kurz sich selbst und seine Interessen mit Etiketten beschreiben. Außerdem musste er mindestens ein Thema nennen, zu dem er eine Session hören möchte oder selbst leiten möchte. 80 Leute voller Wissen und Ideen. Das steckt an.

Da ist innerhalb einer Viertelstunde mehr herausgekommen, als ein Veranstalter in zwei Monaten planen kann. Nachdem schon vorher Interesse an einer GTD-Session angekündigt wurde, habe ich das Thema als meines vorgeschlagen und im Anschluss ans große Flipchart geklebt.

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Diese Sessions habe ich besucht:

  • Die Zukunft der klassischen Medien steht und fällt mit den Lesern Benutzern. Roland Riethmüller zeigte am Beispiel der Online-Community Nightloop.de, wie Zeitungen mit eigenen Communities erfolgreich sein können, indem sie sich auf ihre tatsächliche lokale Umgebung konzentrieren. Peter Schink, der für die Netzeitung die Reader’s Edition entwickelt hat, hat auch noch ein paar Erfahrungen aus diesem Projekt dazugepackt. Bin mal gespannt, was er für die Welt, seinem neuen Arbeitgeber, machen wird. Zum Thema Geld gibt es soviel zu sagen: Bezahlinhalte funktionieren nicht. Offene Archive bringen mehr Werbegelder als Einnahmen durch Archivgebühren.
  • Microformats: Für mich eines der spannendsten Themen zur Zeit. Vielen Dank an Pixelsebi für die gelungene Einführung. Microformats sind ein pragmatischer Schritt auf dem Weg zum semantischen Web, also dem Web, bei dem Menschen und Maschinen Inhalte lesen, verstehen und zuordnen können. Ich stelle meine Blogs schon auf structured blogging um.
  • Open Social Networks und openid (Blogpost): Zwei Sessions, ein Thema. Basierend auf Microformats ging es um die Befreiung der eigenen Daten und der eigenen Netzwerke aus den walled gardens der Dienste, die wir so gerne nutzen, wie z. B. openBC oder auch flickr. Mit Lösungen wie openID ist es möglich, eigene Daten gezielt für neue Dienste zu übernehmen oder zu sperren. Das ganze funktioniert dezentral und mit offenen Standards.
  • Startup 2.0: Für mich sehr interessant, da ich ja selbst schon mal Gründer war und immer wieder Geschäfts- bzw. Produktideen habe (ich bin sehr sachorientiert). Johannes stellte zwei Dienste vor, die er vor kurzem gelauncht hat: Talkety und HypeDiss und erzählte, welche Maßnahmen für die meisten Besucher gesorgt haben und welche Schwierigkeiten man bekommt, wenn man Kreditkartenzahlung zulässt. Christine Stumpf hat erzählt, wie die Zusammenarbeit mit einem Business Angel läuft, und und und.
    Nach einer Stunde wurde beschlossen, das Ganze am Sonntag weiterzuführen. Und alle Gründer und Gründer in Spe waren wieder da.
    Ich habe viel neues erfahren und Mut gewonnen. Meine Links sind natürlich bei del.icio.us zu finden. Unter dem Tag barcampberlin. Auf dem Heimweg im Zug habe ich noch diesen Artikel gelesen: How to fund a startup von Paul Graham, ein Tipp aus der Session.
  • Liquid Browsing habe ich mir schon mal am Mac angesehen. Carsten Waldeck sieht darin so etwas wie eine natürliche Erweiterung des menschlichen Gehirns. Er hat nur ein Tool vorgestellt, eine Art Finderersatz für den Mac, der die Größe und die Zeitachse des Festplatteninhalts visuell darstellt, in Form von Kreisen verschiedener Helligkeit (ich vereinfache stark). Das ist etwas völlig anderes als der Zugang, den ich permanent nehme, nämlich den über Text (via LaunchBar oder Quicksilver). Aber gegen Alternativen ist ja nichts einzuwenden.

Zwischendurch habe ich mich mit einer Menge toller Leute aus der ganzen Republik unterhalten können, die irgendwie ähnlich dachten wie ich. Und am Samstag Abend hat sich alles am Hackeschen Markt getroffen.

Sonntag:

  • Getting Things Done: Eine sehr gut besuchte Session zum Selbstorganisation einige Leute mussten stehen und ein sehr schlecht vorbereiteter Leiter (ich). Ich bin mir nicht sicher, ob bei mir rübergekommen ist, wie das Prinzip funktioniert, deshalb verweise ich hier andere Teilnehmer, cocaman und Oliver Gassner.
  • Viral Marketing: Martin Oetting hatte seinen Vortrag besser vorbereitet als ich und das Thema wie kriege ich die Blogger dazu, nette Sachen über mein Produkt zu schreiben schon öfter besprochen. Ich habe echte A-Blogger gesehen und kann berichten, dass Ehrlichkeit zählt im Web2.0, denn Blogger achten auf ihren Ruf. Virales Marketing kann also nur funktionieren kann, wenn ehrliche Meinungen zählen. Und, dass kam leider ein wenig zu kurz, wenn ein Dialog entsteht. Märkte sind Gespräche.

Verpasst habe ich leider die Themen Politik online: und _Netzpolitik. Auch die Typo3-Einführung konnte ich nicht besuchen. Aber mit diesen Themen werde ich mich noch beschäftigen.

Jetzt will ich programmieren lernen und bessere Vorträge halten.

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