Das ist mal was Neues. Apple veröffentlicht eine Beta-Version seines Webbrowsers. Aber nicht so wie die Nightly Builds, sondern als Public Beta für alle. Wenn Sie die englische Oberfläche nicht stört, installieren Sie sich die neue Version. Es lohnt sich. Bis auf die ungewohnte Tab-Technik werden Sie bei normaler Benutzung kaum einen Unterschied feststellen, so dass dem produktiven Einsatz nichts im Wege steht. Und wenn Ihnen der neue Browser nicht gefällt: Apple liefert einen Uninstaller mit.
Ich brauche den Uninstaller nicht. Denn auch nach mehrstündiger Benutzung konnte ich noch keine Probleme ausmachen. Im Gegenteil: Safari startet schneller und alle neuen Features gefallen mir.
Hier mein kurzes Fazit:
- Apple bringt seinen Browser auf den neuesten Stand und lässt sich dabei von anderen Produkten inspiririeren. Wenn Sie Google Chrome, Firefox und Opera schon mal verwendet haben, werden Sie Bekanntes wiederfinden.
- Top Sites (⌘-⇧-1) ist vielleicht die visuell auffälligste Änderung. Eine Übersicht Ihrer häufig besuchten Websites. Dazu werden Ihre Bookmarks und Ihr Verlauf analysiert. Klicken Sie mal auf Edit
- Mit Full History Search können Sie jetzt Überschriften, Web-Adressen und alle Texte der Webseiten im Verlauf durchsuchen. Das Suchfeld finden Sie in der Bookmarks-Übersicht und unten rechts im Top-Sites – Fenster. Safari speicherte schon vorher alle Daten im Verlauf, nur mussten Sie zur Suche die Spotlight-Lupe bemühen. Ich habe übrigens den Speicherzeitraum für meinen Verlauf auf ein Jahr eingestellt. Das ist eine hervorragende Gedächtnishilfe für mich – und für Menschen, die das Passwort zu meinem Computer kennen.
- Cover Flow unterstützt jetzt die Suche in Safari und, anders als im Finder, ist es bei der Suche nach besuchten Websites unglaublich nützlich. Ich hatte vorher die Erweiterung Safari Stand nur deshalb installiert, weil sie mit History Flow genau diese Möglichkeit bot. Da ich die anderen Erweiterungen, die Stand bietet, nicht brauche, habe ich es sofort deinstalliert – gemeinsam mit dem gespeicherten Vorschaubildern für die Vorschau. (
~/Library/Caches/SafariStand/, dieser Ordner war bei mir 1,5 GB groß). - Tabs on Top ist ein Feature, das sich Apple von Googles Browser Chrome abgeschaut hat. Die Reiter der Seiten im Fenster sind jetzt ganz oben am Fenster angeordnet. Strukturell ist das logisch, für viele aber doch sehr verwirrend. Wenn Sie diese und andere alten Einstellungen zurück haben möchten, finden Sie überall im Netz 4 preferences und im fscklog die ensprechenden Befehle-hängende-tabs-und-ladebalken-restaurieren.html.
- Smart Address Field ist die aufgeräumte Antwort auf die Adressleiste von Firefox. Während Sie tippen, komplettiert Safari die URLs aus dem Verlauf und aus den Bookmarks.
- Das Smart Search Field nutzt Google Suggest um –ebenfalls während des Tippens– die Suche automatisch einzuschränken. Dazu zeigt das Dropdown vorherige Suchen und Suchergebnisse innerhalb der aktuellen Seite an.
- Full Page Zoom vergrößert Webseiten vollständig. In vorherigen Safari-Versionen konnten Sie mit ⌘-+ und ⌘– Textinhalte auf Websites vergrößern und verkleinern. Jetzt funktioniert dies mit vollständigen Seiten, inklusive Grafiken und Flash-Elementen. Coole Sache.
- Für Entwickler gibt es neue integrierte Web-Entwicklungswerkzeuge, die sich noch stärker als zuvor am Vorbild Firebug für Firefox orientieren. Damit bekommen Entwicklern und interessierten Laien ein schönes Werkzeug giben, um Webseiten zu prüfen, zu optimieren und allerlei Unsinn mit den Inhalten zu veranstalten. Aktivieren Sie dazu das Develop Menü in Preferences > Advanced.
- Safari für Windows bekommt ein neues Design. Es passt sich endlich dem nativen Windows-Look an. Auch wenn dieser – natürlich – nicht mit dem von Mac OS X mithalten kann. Endlich nutzt der Browser das Windows-Schrift-Rendering, und passt sich nahlos an die Optik von Windows XP und Vista an.
Was mir noch fehlt:
- Add-Ons und Userscripts, mit dem sich der Browser an die eigenen Wünsche anpassen lässt.
- Web-Anwendungen als eigene Programme speichern. Google Chrome bietet dazu die Möglichkeit Anwendungsverknüpfungen zu erstellen. Ich verwende schon lange Fluid, um einzelne Webanwendungen als eigenes Programm auf dem Mac zu speichern. Site Specific Browser.
Fazit: Safari ist wieder bei den Top-Browsern dabei und bleibt mein Standard-Browser am Mac.
Update: Eine meiner wichtigsten Browsererweiterungen funktioniert auch in der Beta. 1Password muss nur mit einem kleinen Kniff dazu bewegt werden, Safari 4 kennen zu lernen. Hier erklären die Entwickler, wie es geht.







Jetzt habe ich mal eine kleine Frage: Da es Safari auch ein bisschen verändert gibt für Microsoft, wird es auch Firefox oder ähnliches geben für Apple? Das wäre super!!
Nich, ich weiß nicht, was du meinst. Aber Firefox gibt es selbstverständlich für den Apple Mac. Der ist auch sehr beliebt.