
Geschäftsmodell iPad-Import, iPad Verleih, Profi-Apps, OS 4 und iPad-Oma.
iPad Preise im Allzeit-Hoch
Als ich letzte Woche mein iPad aus den USA bekam, kostete das Modell mit 16 GB zirka 665 EUR. Heute müssen die Käufer 830 EUR hinlegen, wenn sie den Computer haben wollen. Das ist das Wi-Fi-Modell, ohne UMTS. Die prozentuelle Preissteigerung kann ich gerade nicht ausrechnen, weil mein iPhone upgedated wird.
Mein eigenes iPad ist zwar seit gestern wieder da, aber da ist ja kein Taschenrechner drauf. Wenn mir jemand einen guten Taschenrechner empfehlen möchte: Ich freue mich.
Gut dass ich mich vorher schon um zwei Apps gekümmert hatte, die ich unbedingt testen wollte. Die Entwickler haben sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
OmniGraffle
Omni Graffle auf dem Mac ist ein Zeichen- und Layoutprogramm für Organigramme, Flussdiagramme und Wireframes für Websites.
Ich war ganz gespannt darauf, wie es den Entwicklern wohl gelingen würde, dieses Programm auf die Fingerbedienung umzustellen. Nachdem ich kurz vorher auf einer langen Bahnreise eine Website auf meinem 13″-Macbook in Wireframes umgesetzt hatte, war ich mir da nicht so sicher.
Meine ersten Erfahrungen sagen mir, dass es Omni gelungen ist, die wichtigsten Funktionen vom Mac auf das iPad zu bringen und dabei die Oberfläche zu entschlacken. Das Öffnen großer Dokumente und Vorlagen dauert ein wenig – man bekommt sie über iTunes oder E-Mail hinein – , aber sie werden perfekt übernommen. Als ich herausgefunden hatte, wie man ein Dokument umbenennt, traute ich mich auch an das Bearbeiten.
Das Umbenennen funktioniert anders als bei iWork:
- Dokument öffnen
- Doppeltipp auf den Namen in der Kopfleiste Tastatur springt auf
- Umbenennen.
Leider sind alle Aktionen relativ langsam, so dass man sich fragt, ob da nicht noch eine große App im Hintergrund läuft, tut sie aber nicht, wir haben ja noch kein Multitasking. Ich denke, dass sich bei der Geschwindigkeit noch einiges tun wird, jetzt, wo die Programmierer echte Geräte zum Testen haben und nicht nur den Simulator.
50 Dollar ist nicht wenig für eine App, aber wer am Mac mit dem Programm arbeitet, kann die iPad-Version sicher gut nutzen, Skizzenblock und Stift würde ich aber immer noch nicht vom Schreibtisch wegräumen.
Die Omni Group hat übrigens eine 30-Tage Geld-Zurück-Garantie. Testen ist also möglich.
TapTyping Zehnfingerschreiben
Diesen Beitrag schreibe ich auf dem iPad, mit zwei Fingern. Das ist ganz schön ungewohnt, da ich sonst immer blind mit 10 Fingern schreibe. Aber Geschwindigkeit kommt mit der Übung – und vielleicht mit einem kleinen Lernprogramm Es heißt TapTyping und rangiert ziemlich weit oben in den Verkaufslisten. Es gibt Schreibübungen für Anfänger und Fortgeschrittene. Mit kurzen und langen Texten. Am besten gefällt mir die Übung mit 140 Zeichen: Tippen Sie Ihren Twitterstream ab.
1Password for Windows
Ich habe in meinen Büchern zum Mac und zum iPhone schon immer empfohlen, Passwörter, Kreditkarten- und alle anderen wichtigen Daten in einem sicheren Programm zu speichern. Am Mac empfehle ich ausschließlich 1Password, nicht zuletzt, weil man alle Inhalte mit dem iPhone und dem iPad abgleichen kann.
Nachdem die Entwickler gemerkt hatten, dass der größte Teil der iPhone-Nutzer Windows-Computer verwendet – diese hatten nachgefragt, wie Sie die iPhone-Version mit ihrem PC abgleichen können – haben sie sich überzeugen lassen, die Software auch für Windows zu programmieren. Und seit heute gibt es die Beta-Version zum Download.
Was tun, wenn man das iPad mit anderen teilt, oder gar verleiht?
Das Problem hatte ich ja eben. Mein Verlag wollte mit dem iPad posieren und ich wollte nicht, dass alle meine private Gedichtsammlung lesen. Weil das iPad leider nur einen Benutzer verwalten kann, muss man ein paar Dinge erledigen, bevor man es aus der Hand gibt.
- Passcode ändern und dem neuen Benutzer mitteilen: Sie haben Ihr Gerät hoffentlich mit einem Passcode versehen. Wenn Sie es nicht ausschließlich alleine in Ihrer Wohnung verwenden, sollten Sie das tun. Ändern Sie diesen, bevor Sie das Gerät herausgeben. Wenn nicht, sollten Sie es danach tun. Das habe ich eben getan. Leider muss ich mir jetzt die neue Zahlenkombination merken.
- MobileMe Account löschen: Die beste Art, Adressen, Kalender, E-Mail und andere Einstellungen mit mehreren Geräten abzugleichen, ist ein Online-Konto wie MobileMe von Apple, MS Exchange oder auch Google. Löschen Sie das Konto vom iPad, verschwinden alle persönlichen Daten vom Gerät. Auf allen anderen Geräten sind sie weiterhin vorhanden. Ann sie das Gerät wieder zurück haben, legen Sie das Konto einfach wieder neu an. Ein paar Minuten später sind Ihre Daten wieder da.
- Apps mit Passwortschutz versehen: Überprüfen Sie, ob Ihr Bankprogramm, Ihre Aufgabenliste und Ihr Notizbuch mit einem Passwort gesichert sind. Beim Original-Notizblock gibt es die Funktion nicht, viele Drittprrogramme lassen sich abschließen.
- Apps löschen, die sich nicht mit Passwort schützen lassen.
- Einschränkungen/Kindersicherung einstellen: Verstecken Sie Safari und iTunes, wenn Sie das Gerät in Kinderhände geben. So sind die kleinen Forscher vor unpassenden Inhalten im Web geschützt und Ihre Kreditkarte vor unerwarteten Belastungen (falls sie Ihr Passwort herausbekommen haben).
- Benutzer löschen, z. B. bei Twitter Apps, Evernote, Facebook:
- iPod, Videos und Fotos überprüfen, persönliche Daten löschen: Es macht Spaß, in anderer Leute Musiksammlung zu blättern. So lernt man sie ganz gut kennen. Aber vertrauliche Daten sollten Sie entfernen. Wenn Ihre Mediensammlungen gut organisiert sind, können Sie das mit wenigen Klicks und einem iTunes-Sync erledigen.
OS 3.2 vs. OS 4.
Heute habe ich auf meinem iPhone die Beta-Version von OS 4 installiert.
Hier ein paar Eindrücke in Bezug auf das iPad:
- Multitasking ist sehr schön, die Notwendigkeit allerdings häufig überbewertet. Der Vorteil wird mit angepassten Apps aber doch spürbar oder hörbar, wenn man nämlich auch Radio im Hintergrund laufen lassen kann, während man einen Text schreibt und nicht nur den iPod, wie jetzt. Die Arbeit mit mehreren Programmen ist auch ohne schon sehr gut möglich, denn die Geschwindigkeit, mit der Apps starten ist beeindrucken: Dokument schließen, Safari öffnen, Bild kopieren, zurück zum Dokument. Geht so schnell wie Fenster wechseln am Computer.
- Die Unified Inbox, also den gemeinsamen Eingangskorb verwende ich am Mac nie, auch wenn Mail sie dort bietet! Und auch am iPad nicht, weil mein Ordnungssystem mit wenigen getrennten Ordnern arbeitet getrennt hält. Intelligente Ordner wären gut. Die vermisse ich.
Die Spotlight-Suche hat eine kleine Erweiterung bekommen. Sie hat Google und Wikipedia integriert. Das macht, zumindest für mich, in Zukunft Wikipedia Apps überflüssig. Bei Wer wird Millionär finde ich noch schneller die richtige Antwort.
Oma mit iPad-Limerick
Und dann kam noch diese schöne Meldung, die ich bei Mac Essentials gefunden habe:
Ein von der 99-jährigen Virginia Campbell selbst verfasster Limerick auf ihr neues iPad.
To this technical-ninny it’s clear
In my compromised 100th year,
That to read and to write
Are again within sight
Of this Apple iPad pioneer.